Bildungshabitus und Schulwahl: Fallrekonstruktionen zur by Sven Thiersch

By Sven Thiersch

Seit Jahrzehnten wird auf den engen Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und gewählter Schulform beim Übergang nach der Grundschule hingewiesen. Wie kommen aber die Schulwahlentscheidungen in den Familien tatsächlich zustande? Welche Schulen werden überhaupt in den Blick genommen, welche Rolle spielen die bildungsbiografischen Erfahrungen der Eltern und inwieweit haben die Kinder Einfluss auf die Entscheidungen? Diesen Fragen geht diese rekonstruktive Studie nach. Die Auswertungen mit der dokumentarischen Methode zeigen, wie die Praxis des Bildungshabitus zu unterschiedlichen, typologisch systematisierten Schulwahlentscheidungen führt. Auf der Grundlage einer sozialisationstheoretischen Reinterpretation des Bourdieuschen Habituskonzepts werden Transformationspotentiale des Bildungshabitus im Zusammenspiel von Individuum, Familie und schulischem Feld ausdifferenziert.

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1). , S. 154). Aus den Fallergebnissen konnten idealtypische Muster von Bildungs- und Berufslaufbahnen erschlossen werden, wobei vor allem „versagende“ Schüler der zwei Schulformen Krisen, Brüche und weitere Misserfolge im jungen Erwachsenenalter erfuhren. Es wurden Muster der subjektiven Deutungsgestalt der Schule für die weitere Lebensgeschichte gebildet. Im prospektiven Muster sehen Jugendliche die Schule in erster Linie in ihrer Leistungsdimension und als Voraussetzung für ihre weitere Berufskarriere und bewerten sie als eine Qualifizierungsinstanz für spätere Statuspositionen.

Aufgrund der Komplexität der Fragestellung gibt es viele ertragreiche Ergebnisse dieser Studie, von denen hier überblicksartig die wichtigsten für die eigene Untersuchung herausgehoben werden. Ein erstes für diese Studie ganz zentrales Ergebnis fokussiert auf die „unsichtbaren“ jedoch sehr wirkungsmächtigen verschränkten bildungsbiografischen Erfahrungen des Einzelnen mit der Familie in der Generationenfolge. Diese „unsichtbaren“ familialen Bildungsstrategien und Bildungsleistungen werden in Anlehnung an Bourdieu als unbewusster und sich sehr früh entwickelter praktischer Sinn oder auch „Spielsinn“ verstanden und als Strategien des Habitus bestimmt (vgl.

Längerer Schulweg, größeres Schulgebäude, Verlust der Freunde) wurden hier problematisierend thematisiert. Nachfolgende Studien widmeten sich den Aspekt des frühen Zeitpunktes der Schulwechsel unter der Perspektive der damit einhergehenden schulbiografischen Bewältigung einer Vielzahl von Brüchen, Anforderungen und Problemen für die Kinder. Diese Untersuchungen beziehen sich zusammenfassend auf die Veränderungen in den Beziehungen und Interaktionen des Sozialgefüges, auf neue Zeitstrukturen, andere Lern- und Verhaltensanforderungen sowie differenziertere Leistungsbewertungen und -erwartungen (vgl.

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