Angewandte Phänomenologie: Zum Spannungsverhältnis von by Jochen Dreher (auth.), Jochen Dreher (eds.)

By Jochen Dreher (auth.), Jochen Dreher (eds.)

Wie kann das phänomenologische Paradigma im Rahmen der examine konkreter Vergemeinschaftungsformen und sozialer Grenzbestimmungen Anwendung finden? Aufgrund ihrer subjektphilosophischen Orientierung ist die Phänomenologie besonders für die Beschreibung der Konstitutionsprinzipien sozialer Phänomene geeignet, da hierbei im Sinne des methodologischen Individualismus Max Webers der individuelle Akteur fokussiert werden muss, der mit seinem Handeln einen subjektiven Sinn verbindet. Vor dem Hintergrund dieser Überlegungen erscheint die Kombination einer sozialwissenschaftlichen mit einer phänomenologischen Perspektive Erfolg versprechend. Wie kann jedoch eine Verbindung zwischen der streng egologisch, reflexiv vorgehenden Phänomenologie und den empirisch und historisch ausgerichteten Sozialwissenschaften hergestellt werden? Wie kann im Spannungsfeld von phänomenologischer und sozialwissenschaftlicher Forschung die Herausbildung spezifischer sozialer Phänomene – z.B. Beziehungs-, Vergemeinschaftungs-, Abgrenzungsformen – erklärt werden? Antworten auf diese Fragestellung offeriert vorliegender Sammelband.

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Für ein als isoliert angenommenes Bewußtsein ohne irgendeinen Bezug auf Sozialität untersucht werden kann“ (Schütz 2004b: 180). Analog zum Vorgehen im „Sinnhaften Aufbau“ beabsichtigte er, in späteren Kapiteln den Untersuchungskreis auf die soziale Sphäre auszuweiten, und er war sich dessen bewusst, dass die „Relevanzbegriffe und ihre Verknüpfungen … vollständig revidiert werden müssen, sobald der Begriff der Intersubjektivität eingeführt worden ist. : 130). Doch hat er die betreffenden Teile nie geschrieben.

Dieses Auseinanderdriften der Sprachregelungen von Relevanztheorie und Alltag lässt sich weiter ausführen. So erkennt Schütz, wie eingangs bereits beschrieben, im Beispiel des Aufspannens des Regenschirms neben dem Weil- zugleich ein Um-Zu-Motiv als wirksam. Dieses „Um-zu-Motiv kann etwa in dem Satz: ‚Um mich vor Nässe zu schützen, spanne ich meinen Schirm auf ‘, ausgedrückt werden“ (Schütz 2004a: 203). Es handelt sich in der Sprachregelung der Relevanztheorie per definitionem um ein „wesentliches“ oder „freies“ Motiv, indem es sich auf den Entwurf eines vom Subjekt für die Zukunft beabsichtigten Handelns bezieht, denn „nur die Wahl des ausgezeichneten Entwurfs … entspringt aus seiner eigenen volitiven Handlung“ (Schütz 2004b: 112).

Derartige intersubjektiv geltende, sozial verfestigte Relevanzsysteme sind Gegenstand soziologischer Betrachtung. 9 Einen wesentlichen Aspekt bilden die in den Relevanzsystemen enthaltenen Momente von Zwang und Freiwilligkeit, speziell im Hinblick auf die Frage der Kontinuität respektive Veränderlichkeit. Das Interesse der Soziologie gilt mithin „objektivierten“ Relevanzsystemen, die von den Mitgliedern einer sozialen Gruppe wechselseitig anerkannt werden, ob aufgrund von Legitimitätsglauben, als Folge von Zwang oder im Sinne latenter Internalisierung.

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