Aktivisten der Normalbiographie: Zur biographischen by Daniela Schiek

By Daniela Schiek

Folgt guy Studien zur Prekarisierung, beklagen unsicher Beschäftigte die fehlende Möglichkeit zur Lebensplanung und streben nach der Normalbiographie. Gleichzeitig gilt als Binsenweisheit, dass sich die Einzelnen längst von der Normalbiographie verabschiedet haben und diskontinuierliche „Patchworkbiographien“ leben (wollen). Daniela Schiek verbindet diese beiden Diskussionsstränge theoretisch wie empirisch; mittels biographischer Fallanalysen untersucht sie die gegenwärtige Relevanz, die die Normalbiographie durch prekäre Erwerbslagen erlangt. Im Ergebnis zeigt sich diese nicht als irgendeine und dabei vergangene biographische alternative, sondern als Scharnier zwischen Individuum und Arbeitsgesellschaft: als Leben – das einzige, das Individuen kennen.

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Fischer 1978: 323; Schütze 1976b: 9, 1984: 93). Oft erfolgt sie deshalb wie eine „Ouvertüre“ in Form eines gerafften und komprimierten Durchlaufes zu Beginn einer lebensgeschichtlichen Erzählung (Oevermann et al. 1980: 44). Die Gestalt biographischer Erzählungen stimmt mit dem Erfahrungsstrom überein (Schütze 1984: 78); es besteht eine Homologie zwischen der Aufschichtung von Erlebnissen und ihrer Aufordnung in Erzählungen. Schütze stützt sich bei seiner Homologie-These auf den Aspekt der Biographie als Rückgriff auf in Interaktionen gewonnenen Erfahrungen, der auch die „Sachverhaltsdarstellung“ (Kallmeyer/Schütze 1977) betrifft.

Ein Wendepunkt liegt vor, wenn ein Ereignis den Einzelnen „zu Bestandsaufnahme, Revision, Neubewertung, Neuverstehen und Neubeurteilung zwing[t]“ (Strauss 1974: 99-100). Die Rekonstruktion von Erfahrungen bei Auftreten von etwas Neuem ist notwendig, um es zu klären und zu kontrollieren (vgl. Mead 1969: 257; Schütz/Luckmann 1975: 127). Bei Wendepunkten handelt es sich um Interpretationspunkte, die allerdings eine umfassendere Re-Interpretation beinhalten als minimierte bzw. latente Wandlungen (vgl.

Fischer-Rosenthal 1995: 258)13 Zur Betrachtung der Relevanz lebenszeitlicher Perspektivität erscheinen also zwei Ebenen wichtig: die gesellschaftliche und die individuelle, die sich in eine funktionale (gesellschaftliche Probleme lösende) und eine handlungstheoretische 13 Vgl. , 1994. 38 3 Zur Relevanz, Funktion und Veränderung von Biographie (sinn- und handlungskonstituierende) Komponente biographischer Perspektivität übersetzen lassen (vgl. Fischer-Rosenthal 1990). Beide Aspekte arbeitet Martin Kohli in seiner These der „Institutionalisierung des Lebenslaufs“ aus (Kohli 1985).

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